Rasenunkräuter

Rasenunkräuter

Unkraut im Rasen, Rasen Unkrautvernichter

Von Vorteil ist, wenn Sie erkennen können, um welches Unkraut es sich handelt und ob es ein- oder mehrjährig ist. Wenn Sie allerdings nicht über tiefere botanische Kenntnisse verfügen, aber trotzdem einen satten Rasen Ihr Eigen nennen möchten, merken Sie sich einfach:

 

Alles muss raus (was kein Grashalm ist).

 

Wenn Sie die Sache doch etwas fundierter angehen möchten, dann lesen hier weiter.

 

Einjährige Unkräuter wachsen wie der Name vermuten lässt für eine Saison. Innerhalb eines Jahres keimen sie, blühen und bilden unzählige neue Samen. Löwenzahn und Vogelmiere sind bekannte Vertreter dieser kurzlebigen Pflanzen. Gelangen die Samen durch tiefgründiges Umgraben zum Beispiel ins Erdreich, können sie dort über viele Jahre überdauern. Insbesondere bei der Neuanlage einer Rasenfläche ist die Gefahr groß, dass sich Samen unterhalb der Grassode einnisten und sich irgendwann den Weg an die Oberfläche bahnen.

 

Einjährigen Samenunkräuter können erfolgreich bekämpft werden, indem sie rechtzeitig vor der Blüte und Aussamung gejätet werden.

 

Einjährige Unkräuter

Einjährige Unkräuter

 

  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Wegerich
  • Weißklee
  • Hirse/Hühnerhirse
  • Ehrenpreis
  • Vogelmiere
  • Melde
  • Gänsefuß

 

Löwenzahn und Wegerich verfügen über tiefreichende Pfahlwurzeln, die mit der bloßen Hand sehr schwer komplett zu entfernen sind. Hier helfen spezielle Unkrautstecher, die sämtliche Pflanzenteile erfassen. Sofern der Befall bereits überhandgenommen hat, hilft als letzter Ausweg nur noch die Anwendung eines chemischen Präparates.

 

Dem Natur- und Umweltschutz sollte bei der Anwendung hohe Beachtung geschenkt werden. Daher verwenden Sie nur Präparate, die für die Verwendung im Hausgarten zugelassen sind. Diese bekämpfen gezielt das Unkraut, sind nicht bienengefährlich und verschonen den Rasen wie z. B.:

 

  • Bayer Garten Universal-Rasenunkrautfrei
  • Compo Rasen-Unkrautvernichter Perfekt
  • Neudorff Unkrautfrei Plus

 

Weißklee kommt von allen Kleearten, die den heimischen Rasen heimsuchen, am häufigsten vor. Sein Auftreten lässt auf Stickstoffmangel schließen, wogegen eine verbesserte Gabe von Dünger hilft. Er stärkt den Rasen, sodass Klee in jeglicher Form rasch wieder verdrängt wird.

 

Hirse keimt rasch und überwuchert die Rasenhalme schnell. Am effektivsten bekämpfen Sie die Hirse in der Anfangsphase von Juni bis Juli durch regelmäßiges Mähen und gezieltes Düngen.

 

Ehrenpreis ist ein Sommerunkraut. Bis er seine Samen verteilen konnte, sollten Sie durch wöchentliches Rasenmähen bereits alle Gegenmaßnahmen getroffen haben.

 

Vogelmiere kann mittels beharrlichem Jäten Einhalt geboten werden.

 

Zwei- und mehrjährige Unkräuter

Zwei- und mehrjährige Unkräuter

 

überwintern gemütlich in ihrer Wurzel und vermehren sich meist durch unterirdische Ausläufer. Mit einfachem Rausrupfen kommen Sie diesen gefürchteten Arten wie z. B. dem Acker-Schachtelhalm nicht bei. Die mehrjährigen Unkräuter bereiten uns nicht nur zwei Jahre Freude, sondern machen sich über viele Jahre in unserem Rasen breit, sofern wir nicht konsequent gegen sie vorgehen. Weitere Vertreter sind:

 

  • Kriechender Günsel
  • Hahnenfuß
  • Kleine Braunelle
  • Kreuzkraut
  • Gewöhnlicher Hornklee
  • Sauerklee
  • Kleiner Ampfer

 

Kriechender Günsel ist ein hartnäckiges Rasenunkraut. Die Pflanze mit den flaumigen ins Rötliche verlaufenden Rosettenblättern muss mitsamt des flachen Wurzelsystems ausgestochen werden. Die dabei entstehenden kahlen Stellen werden unverzüglich nachgesät, um dem Gartengünsel keine neue Angriffsfläche zu bieten. Schlagen alle Bemühungen fehl, hilft nur noch ein universelles Herbizid für Rasenflächen.

 

Hahnenfuß ist dank der leuchtenden Blüten leicht zu bestimmen. Unmittelbar nach einem Regenschauer lässt er sich mit dem Unkrautstecher leicht entfernen. Auch wenn das Unkraut sich hauptsächlich durch Rhizome (unterirdische, horizontal wachsende Sprossachse) ausbreitet, sollte eine Blüte und die folgende Aussamung unterbunden werden.

 

Die Kleine Braunelle treibt von Juni bis Oktober ihr (Un)wesen und ist an den vielen kleinen Blüten zu erkennen. Treten sie nur vereinzelt auf, können Sie sie mit einem scharfen Messer ausstechen. Aber Achtung: Solange auch nur ein kleines Wurzelstückchen in der Erde verbleibt, treibt die Pflanze erneut aus.

 

Moose

Moos im Rasen

Moos ist wunderschön. Im Wald zum Beispiel. Im Rasen dagegen hat es nichts zu suchen und sollte schleunigst entfernt werden. Moos liebt schattige Lage und schweren oder verdichteten Boden. Auch zu tief geschnittener Rasen oder zu selten gemähter Rasen erleichtert den Moosen das Gedeihen.

 

  • Sparriger Runzelbruder oder -peter oder Kranzmoos genannt
  • Laubmoose
  • Lebermoose
  • Hornmoose
  • Torfmoose

 

Wenn Moos im Rasen gehäuft auftritt, hat das in der Regel mindestens einen der folgenden Gründe:

 

  • Nährstoffmangel (insbesondere Stickstoffmangel)
  • schwerer, verdichteter Boden, meist in Verbindung mit Staunässe
  • ungeeignete Saatgutmischungen wie 'Berliner Tiergarten'
  • zu wenig Licht, zum Beispiel unter Baumkronen
  • zu niedriger pH-Wert (der Rasen wächst auf Böden unter pH 5 (Sand) und 6 (Lehm) nicht mehr optimal)
  • zu tiefer und/oder zu seltener Schnitt

 

Bevor es an die Bekämpfung der Ursachen für den Moosbefall geht, sollten Sie das Moos mechanisch aus der Grasnarbe entfernen. Einen Vertikutierer benötigen Sie dafür nicht unbedingt – oft reicht es schon, wenn Sie den Moosaufwuchs mit einer Eisenharke aus der Grasnarbe herauskratzen.

 

Moos im Rasen: So beseitigen Sie die Ursachen

 

Der Nährstoffmangel als häufigster Grund lässt sich mit dem richtigen Rasendünger und mit künftig etwas mehr Dünge-Disziplin relativ leicht beseitigen. Ein hochwertiger Dünger mit hohem Kaliumanteil fördert die Widerstandsfähigkeit und Standfestigkeit der Gräser. Optimal ist ein organischer Rasendünger mit Eisenanteil, zum Beispiel der "RasenDünger Spezial 5PLUS1" von Neudorff. Durch die schnelle und nachhaltige Nährstoffaufnahme, die dieser Dünger gewährleistet, bauen die Gräser rasch Blattgrün auf und schließen die Lücken in der Grasnarbe, da sie stärker in die Breite wachsen. Der Rasen verdrängt in der Folge aus eigener Kraft Moos und Unkraut. Die organische Nährstoffkomponente hat den Vorteil, dass sie die Aktivität der Mikroorganismen und damit die Zersetzung des Rasenfilzes fördert. Man kann also im günstigsten Fall künftig auf das Vertikutieren verzichten.

 

Sie können dem Moos wirksam zu Leibe rücken, wenn Sie:

 

  • den Rasen regelmäßig mähen, aber nie kürzer als 4 cm schneiden
  • hin und wieder eine dünne Schicht Sand auftragen und den Rasen regelmäßig kalken
  • Rasendünger mit Moosvernichter nach Herstellerangaben verwenden

 

In einem Boden mit einem pH-Wert unter 5,5 gedeihen die meisten Unkräuter und Moose bestens. Optimal wächst Ihr Rasen auf einem Boden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7. Mithilfe von Test-Sets können Sie den pH-Wert Ihres Erdreiches bestimmen.

 

Ist der Boden sehr lehmig und feucht, hilft nur regelmäßiges Besanden: Tragen Sie jedes Frühjahr nach dem ersten Mähen eine zwei bis drei Zentimeter hohe Schicht groben Bausand auf. Die Schicht sollte so hoch sein, dass die Blattspitzen der Gräser gerade noch einen Zentimeter herausschauen. Wenn Sie das jedes Frühjahr wiederholen, stellt sich in der Regel nach drei bis fünf Jahren ein deutlich sichtbarer Effekt ein: Der Rasen wirkt vitaler und das Mooswachstum lässt deutlich nach.

 

Die richtige Saatgut-Mischung

 

Das Rasen-Saatgut ist immer eine Mischung aus verschiedenen Gräserarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der "Berliner Tiergarten" ist als Rasenmischung wohl jedem Hobbygärtner bekannt. Was jedoch die wenigsten wissen: Es handelt sich dabei keinesfalls um ein Markenprodukt mit genau festgelegter Zusammensetzung – im Gegenteil: Jeder Hersteller kann eine beliebige Gräsermischung als "Berliner Tiergarten" anbieten. Die meisten verwenden dafür Futtergräser aus der Landwirtschaft, da diese deutlich kostengünstiger sind als die speziell gezüchteten Rasengras-Sorten. Sie sind aber auch deutlich starkwüchsiger und wachsen kaum in die Breite – die Grasnarbe lässt also genügend Lücken, in denen sich Moos und Unkraut breitmachen können.

 

Versauerter Boden

 

Auch ein zu niedriger pH-Wert des Bodens kann das Mooswachstum fördern. Das Moos selbst ist äußerst pH-tolerant und wächst auf sauren und alkalischen Böden gleichermaßen gut. Die Rasengräser hingegen haben auf Sandböden mit einem pH-Wert unter 5 und auf Lehmböden unter pH 6 keine idealen Wachstumsbedingungen mehr – hier ist das Moos konkurrenzfähiger. Übrigens: Auch die Anwendung eines Moosvernichters wie Eisen-II-Sulfat kann den pH-Wert des Bodens senken. Außerdem neigen alle Rasenflächen dazu, im Lauf der Jahre zu versauern, weil sich der Boden mit Huminsäuren aus dem zersetzten Schnittgut anreichert und weil vom Niederschlag laufend Kalk ausgewaschen und in tiefere Bodenschichten verlagert wird.

Ein wichtiger Teil der Ursachenforschung ist daher ein Test des pH-Werts. Im Gartenfachhandel sind preiswerte Testsets wie zum Beispiel der "pH-Bodentest" von Neudorff erhältlich. Entnehmen Sie an mehreren Stellen bis in etwa zehn Zentimeter Tiefe etwas Erde und durchmischen Sie diese gründlich in einem Gefäß. Anschließend gießen Sie die Bodenprobe mit destilliertem Wasser auf und prüfen anhand der Farbskala den pH-Wert. Liegt er unter den oben genannten Grenzwerten, sollten Sie auf der gesamten Fläche kohlensauren Kalk (zum Beispiel "Azet VitalKalk") ausbringen. Hinweise zur richtigen Dosierung finden Sie auf der Verpackung.

 

Neuem Moos-Befall vorbeugen

 

Die richtige Pflege ist das A und O für einen moosfreien Rasen. Mähen Sie die Fläche während der gesamten Wachstumszeit von März bis November mindestens einmal pro Woche, aber nicht kürzer als vier bis fünf Zentimeter. Stellen Sie im Sommer rechtzeitig einen Rasensprenger auf, wenn der Niederschlag ausbleibt, denn Wassermangel schwächt die Gräser sehr stark und lässt den Rasen bei anhaltender Trockenheit regelrecht "verbrennen". Außerdem sollten Sie den Rasen gleich im Frühjahr mit einem organischen Langzeit-Rasendünger versorgen. Dieser hält je nach Produkt drei bis sechs Monate vor, so dass Sie im Regelfall im Sommer noch ein weiteres Mal düngen müssen. Bekommen die Gräser genügend Nährstoffe, bilden sie einen dichten Teppich und lassen dem Sparrigen Runzelbruder keine Chance.

 

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